Muttermale – auch Nävi genannt – sind in der Regel harmlose Ansammlungen pigmentbildender Hautzellen (Melanozyten). Sie erscheinen als braune, schwarze oder hautfarbene Flecken, können flach oder erhaben sein und variieren in Größe, Form und Farbe. Die regelmäßige Kontrolle von Muttermalen ist eine wichtige Maßnahme zur frühzeitigen Erkennung von Hautkrebs, insbesondere des gefährlichen malignen Melanoms . Auch andere Hautveränderungen wie aktinische Keratosen oder Formen des weißen Hautkrebses (Basaliom, Plattenepithelkarzinom) können dabei erkannt werden.
Im Rahmen der Muttermalkontrolle untersucht der Hautarzt jedes Muttermal gezielt mit einem sogenannten Dermatoskop
Dabei handelt es sich um ein spezielles Auflichtmikroskop, das eine stark vergrößerte und beleuchtete Darstellung der Hautstruktur ermöglicht. So können selbst feinste Veränderungen in Farbe, Form und Pigmentverteilung erkannt werden, die mit bloßem Auge nicht sichtbar wären. Diese Untersuchung ist schmerzfrei und erlaubt eine relativ sichere und präzise Beurteilung auffälliger Hautveränderungen.
Ursachen für die Entstehung und Veränderung von Muttermalen
Muttermale entstehen durch eine lokale Vermehrung von Melanozyten, also jener Zellen, die für die Bildung des Hautfarbstoffs Melanin verantwortlich sind. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:
- Genetische Veranlagung: Viele Menschen haben eine familiäre Neigung zur Bildung zahlreicher oder auffälliger Muttermale.
- UV-Strahlung: Intensive Sonnenbestrahlung, insbesondere in der Kindheit, begünstigt die Entstehung und Veränderung von Muttermalen. Auch wiederholte Sonnenbrände erhöhen das Risiko.
- Hormonelle Einflüsse: Während der Pubertät oder in der Schwangerschaft kann es zu einer Zunahme oder Veränderung von Muttermalen kommen.
- Mechanische Reizung: Muttermale, die ständigem Druck oder Reibung ausgesetzt sind, etwa durch Kleidung oder Schmuck, können sich verändern.

Arten von Muttermalen
Es gibt unterschiedliche Arten von Nävi, die sich in Entstehung, Aussehen und Risikopotenzial unterscheiden. Die Aufgabe des Hautarztes ist es, unauffällige Muttermale von solchen mit Risikopotential (zb. dysplastische Nävi) zu unterscheiden. Bei Verdacht einer auffälligen Veränderung eines Muttermals empfehlen wir immer eine Entfernung mit histologischer Abklärung.
- Angeborene Nävi: Bereits bei der Geburt vorhanden oder in den ersten Lebensmonaten entstanden. Große angeborene Nävi tragen ein leicht erhöhtes Entartungsrisiko.
- Erworbene Nävi: Entwickeln sich im Laufe des Lebens, meist als Folge von UV-Einwirkung.
- Dysplastische Nävi (atypische Muttermale): Unregelmäßig in Form und Farbe, oft schwer von Melanomen zu unterscheiden. Sie gelten als Risikomarker für Hautkrebs.
- Sonderformen wie der blaue Nävus, Spindelzellnävus oder Halo-Nävus: Diese Spezialformen können harmlos sein, müssen aber ebenfalls fachärztlich beurteilt werden.
Die ABCDE-Regel – Hilfestellung, aber kein Ersatz für die ärztliche Untersuchung
Für die Selbstbeobachtung Ihrer Muttermale kann die sogenannte ABCDE-Regel hilfreich sein
- Asymmetrie: unregelmäßige oder asymmetrische Form
- Begrenzung: unscharfe, verwaschene oder gezackte Ränder
- Color (Farbe): Mehrfarbigkeit oder ungewöhnliche Färbung (schwarz, grau, rötlich)
- Durchmesser: größer als 5 mm
- Erhabenheit / Entwicklung: neue Symptome wie Juckreiz, Blutung oder schnelles Wachstum
🟠 Wichtig: Diese Regel dient lediglich als grobe Orientierung und ersetzt keinesfalls die fachärztliche Untersuchung! Auch scheinbar unauffällige Muttermale können problematisch sein – eine regelmäßige Kontrolle durch den Hautarzt ist daher unerlässlich.
Moderne Muttermalkontrolle mit MoleMax: Präzise, sicher und dokumentiert
In unserer Praxis setzen wir neben der jährlichen standardmäßigen Kontrolle zusätzlich auf die digitale Hautkrebsvorsorge mit dem MoleMax-System – einem hochmodernen Bilddokumentationssystem zur Untersuchung pigmentierter Hautveränderungen.
Was ist das besondere an MoleMax
- Hochauflösende digitale Aufnahmen der Muttermale mit spezieller Dermatoskopie-Kamera
- Exakte Speicherung und Verlaufskontrolle bei Folgeuntersuchungen
- Digitale Hautkarten ermöglichen die vollständige Dokumentation aller auffälligen Läsionen
- Vergleich über Jahre hinweg – auch kleinste Veränderungen werden erkannt
- Ideal auch zur noch exakteren und sichereren Unterscheidung zwischen harmlosen und verdächtigen Pigmentierungen
Besonders empfohlen wird MoleMax für folgende Indikationen
- Personen mit mehr als 10 Muttermalen
- Vorhandensein von dysplastischen oder auffälligen Nävi
- Persönlicher oder familiärer Hautkrebs-Vorgeschichte
- Vorangegangener Entfernung eines Melanoms oder anderer auffälliger Hautveränderungen
- Menschen mit hellem Hauttyp oder hoher Sonnenlichtexposition
Diese Spezialuntersuchung dauert ca, 20 Minuten; den Preis entnehmen Sie bitte unserer Preisliste.
Therapie und Entfernung
- Gutartige Muttermale müssen nicht entfernt werden. Bei kosmetischem Wunsch kann eine Behandlung z. B. mit dem chirurgischen Laser erfolgen.
- Verdächtige oder sich verändernde Muttermale sollten chirurgisch entfernt und feingeweblich untersucht werden (Histologie).
- Nachsorge: Auch nach der Entfernung ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig, insbesondere bei Risikopatient*innen oder Menschen mit vielen atypischen Muttermalen.
Fazit: Muttermalkontrolle ist Teil der Hautkrebsvorsorge
Hautkrebs ist massiv im Ansteigen. Die Kontrolle Ihrer Muttermale ist für uns nur ein Teil der jährlichen unverzichtbaren Hautkrebsvorsorge. Denn wir kontrollieren im Rahmen dieser neben Muttermalen auch andere Veränderungen Ihrer Haut – z. B. aktinische Keratosen (weißer Hautkrebs-Vorstufe), Basaliome und Spinaliome (weißer Hautkrebs), die frühzeitig erkannt gut behandelbar sind.
Wir bieten daher im Hautzentrum für unsere Patinnen und Patienten unverändert die jährliche Muttermalkontrolle/Hautkrebsvorsorge als kostenfreie (e-card) Leistung an. Die Photodokumentation mittels MoleMax ist kostenpflichtig.
➡ Nur durch regelmäßige Hautkontrollen – insbesondere bei vielen oder auffälligen Muttermalen, heller Haut oder familiärer Vorbelastung – können wir die verschiedenen Arten von Hautkrebs gemeinsam vermeiden!!!



