Weißer Hautkrebs ist die häufigste Form von Hautkrebs und betrifft vor allem sonnenexponierte Hautstellen wie Gesicht, Kopfhaut oder Hände. Früh erkannt ist er in den meisten Fällen gut behandelbar – entscheidend ist jedoch, verdächtige Hautveränderungen rechtzeitig zu erkennen und abklären zu lassen.
Während der gefährliche schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) um rund 30 % zugenommen hat, stieg weißer Hautkrebs sogar um 50 %. Am häufigsten betroffen sind Männer und ältere Menschen.
Was ist weißer Hautkrebs
Weißer Hautkrebs wächst in der Regel langsam und lokal zerstörerisch, bildet jedoch nur selten Metastasen. Im Gegensatz zum aggressiveren schwarzen Hautkrebs ist er bei frühzeitiger Erkennung in fast allen Fällen heilbar.
Basalzellkarzinom (Basaliom)
Das Basaliom ist die häufigste Variante des weißen Hautkrebses. Es entsteht aus den Basalzellen der Oberhaut, wächst meist langsam und metastasiert nahezu nie – kann jedoch in tiefere Gewebeschichten eindringen und dort Schäden verursachen.
Plattenepithelkarzinom (Spinaliom, Stachelzellkarzinom)
Das Spinaliom entwickelt sich aus den oberen Hautschichten und ist potenziell aggressiver als das Basaliom. In seltenen Fällen kann es Lymphknoten oder andere Organe befallen.
Aktinische Keratose (Vorstufe von weißem Hautkrebs)
Die aktinische Keratose gilt als Vorstufe von weißem Hautkrebs (Präkanzerose). Unbehandelt entwickelt sich bei etwa jedem zehnten Betroffenen ein invasiver Hautkrebs.
→ Ausführliche Informationen zu Symptomen, Diagnose und Therapie finden Sie hier: Aktinische Keratose
Ursachen und Risikofaktoren
Die wichtigste Ursache für weißen Hautkrebs ist eine langfristige UV-Belastung der Haut – etwa durch intensive Sonneneinstrahlung, Sonnenbäder, Solariumbesuche oder Outdoor-Berufe.
Weitere Risikofaktoren sind:
- Heller Hauttyp (Fitzpatrick-Typ I oder II)
- Genetische Veranlagung
- Geschwächtes Immunsystem
- Höheres Lebensalter (über 75 % der Fälle betreffen Menschen über 60 Jahre)
Wo tritt weißer Hautkrebs besonders häufig auf
Da UV-Strahlung die Hauptursache ist, entstehen die Tumoren vor allem an sonnenexponierten Hautstellen:
- Gesicht (Nase, Stirn, Wangen, Lippen)
- Ohren und Nacken
- Kopfhaut (vor allem bei Männern mit lichtem Haar)
- Dekolleté
- Handrücken, Unterarme und Unterschenkel
Symptome: So erkennen Sie weißen Hautkrebs
Im Frühstadium sind die Veränderungen oft unauffällig und werden leicht mit harmlosen Hautproblemen verwechselt. Typische Anzeichen sind:
- Rötliche, schuppende oder raue Hautstellen
- Hautveränderungen, die nicht abheilen
- Blutende, nässende oder wiederkehrende Stellen
- Gelblich-rötliche Knötchen mit glänzender Oberfläche
- Verdickte oder verhärtete Hautareale
- Sichtbare kleine Blutgefäße (Teleangiektasien)
Ich empfehle meinen Patienten, Hautveränderungen abklären zu lassen, wenn diese länger bestehen, wachsen, bluten oder trotz Behandlung nicht abheilen.
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt durch eine sorgfältige Untersuchung beim Hautarzt:
- Dermatoskopie (Auflichtmikroskopie): Beurteilung der Hautstruktur mit einem speziellen Mikroskop
- Digitale Fotodokumentation: Verlaufskontrolle auffälliger Hautstellen
- Biopsie: Entnahme und Untersuchung einer Gewebeprobe
Früh erkannt ist weißer Hautkrebs in fast allen Fällen heilbar. Daher ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung – mindestens einmal jährlich – sehr wichtig.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie richtet sich nach Art, Größe und Lage der Hautveränderung.
Kryotherapie (Vereisung)
Einzelne aktinische Keratosen können durch Vereisung mit flüssigem Stickstoff behandelt werden. Dabei werden die veränderten Zellen gezielt zerstört.
Topische Therapien (Cremes)
Spezielle Wirkstoffe wie Imiquimod oder 5-Fluoruracil hemmen das Wachstum veränderter Hautzellen und werden vor allem bei oberflächlichen Formen eingesetzt.
Photodynamische Therapie (PDT)
Bei größeren oder flächigen Veränderungen kommt häufig die photodynamische Therapie zum Einsatz. Dabei wird eine lichtempfindliche Substanz aufgetragen und anschließend mit speziellem Licht aktiviert. So können krankhafte Zellen gezielt – auch in tieferen Hautschichten – zerstört werden. Oft lassen sich mit wenigen Sitzungen sehr gute Ergebnisse erzielen.
Operative Entfernung
Die Standardtherapie bei Basaliomen und Spinaliomen ist die vollständige chirurgische Entfernung mit Sicherheitsabstand. Das Gewebe wird anschließend untersucht, um sicherzustellen, dass der Tumor vollständig entfernt wurde.
Weitere Therapien
In bestimmten Fällen kommen auch Strahlen- oder Immuntherapien zum Einsatz – etwa bei größeren Tumoren oder schwer zugänglichen Lokalisationen.
👉 Sie haben eine auffällige Hautveränderung oder sind unsicher?
Lassen Sie diese frühzeitig dermatologisch abklären – eine rechtzeitige Diagnose verbessert die Heilungschancen deutlich. In unserer dermatologischen Praxis in Wien beraten wir Sie gerne persönlich.
Kosten
Die Kosten für Diagnose und die meisten Therapien werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Lediglich spezielle Verfahren wie die photodynamische Therapie (PDT) oder digitale Verlaufskontrollen können privat zu bezahlen sein.
Prognose und Nachsorge
Die Prognose bei weißem Hautkrebs ist in der Regel sehr gut – vorausgesetzt, er wird frühzeitig erkannt und behandelt.
- Basaliome metastasieren nahezu nie
- Spinaliome sind bei früher Therapie gut heilbar
Wichtig: Nach einer Erkrankung besteht ein erhöhtes Risiko für erneuten Hautkrebs. Empfohlen werden:
- Hautkontrollen alle 6–12 Monate beim Dermatologen
- Regelmäßige Selbstbeobachtung
Prävention: Wie schützt man sich
Der wichtigste Schutz ist ein konsequenter Umgang mit UV-Strahlung:
- Intensive Sonnenexposition vermeiden (vor allem mittags)
- Schatten aufsuchen und schützende Kleidung tragen
- Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50+) verwenden
- Keine Solarien nutzen
- Regelmäßige Hautkrebskontrollen durchführen
Bereits entstandene Hautschäden lassen sich nicht rückgängig machen – weitere können jedoch verhindert werden.
Fazit
Weißer Hautkrebs ist die häufigste Form von Hautkrebs und nimmt stetig zu. Trotz meist guter Prognose sollte er keinesfalls unterschätzt werden – frühzeitig erkannt ist er in fast allen Fällen gut behandelbar.
Lassen Sie Ihre Haut regelmäßig kontrollieren. In unserer dermatologischen Praxis in Wien sind Sie dazu herzlich eingeladen.




