Hautzentrum Wien, Gruppenpraxis Dr. Sabine Schwarz & Partner GmbH

Muttermalkontrolle

01 Okt

Muttermalkontrolle

Etwa tausend Österreicher erkranken jährlich an schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, – Tendenz steigend! Nachdem das maligne Melanom einer der bösartigsten Tumore im menschlichen Körper ist, kann hier Vorsorge durch eine jährliche Muttermalkontrolle Leben retten!

Welche Arten von Muttermalen gibt es?

Abhängig von Lokalisation und Zelltypisierung (histologischer Befund) eines Muttermals, auch Leberfleck genannt, unterscheiden wir ca. 25 verschiedene Arten. Von diesen ist mehr als die Hälfte als gutartig einzustufen. Das bedeutet, dass diese Muttermale sich mit allergrößter Wahrscheinlichkeit niemals in ein Melanom umwandeln werden. Alle anderen Muttermale können potenziell entarten.

Meist entwickelt sich der schwarze Hautkrebs – das maligne Melanom – aus bereits vorhandenen Muttermalen. Nur in seltenen Fällen entsteht es spontan an einer neuen Stelle.

Wie funktioniert eine Muttermalkontrolle beim Hautarzt?

Auffällige Muttermale sollten einmal pro Jahr am ganzen Körper des Patienten mit einem speziellen Mikroskop – dem sogenannten Dermatoskop – untersucht werden. Diese Methode wird als Auflicht-Mikroskopie bezeichnet. Diese Muttermalkontrolle wird von allen Krankenkassen bezahlt und sollte einmal im Jahr automatisch durchgeführt werden. Die beste Zeit dafür ist nach dem Sommer, denn wie unten beschrieben verändert Sonne unsere Muttermale.

Für Patienten mit besonders auffälligen bzw. vielen Muttermalen oder Patienten mit positiver Familienanamnese empfehlen wir zusätzlich ein digitales Screening der Muttermale mittels MoleMax. Diese computerunterstützte Fotodokumentation aller bedenklichen Muttermale ermöglicht nicht nur die wesentlich genauere Beurteilung der einzelnen Veränderungen, sondern auch zusätzlich eine Verlaufskontrolle. Das bedeutet: Die Hautkontrolle ist nicht nur eine Momentaufnahme, sondern das erstellte HD-Bild kann bei der Folgeuntersuchung verglichen werden. So können wir eine Veränderung der Muttermale wesentlich besser beurteilen. Die aufwendige Erstuntersuchung kostet im Hautzentrum Wien € 140 und € 90 jede weitere Folgekontrolle.

Wann und wie wird ein Muttermal entfernt?

Hat der Hautarzt ein verdächtiges Muttermal entdeckt, muss es operativ entfernt und histologisch untersucht werden. Dies wird von allen Krankenkassen bezahlt. Selbstverständlich können auf Patientenwunsch auch kosmetisch störende Muttermale entfernt werden. Dies erfolgt mittels Laserchirurgie und muss vom Patienten selbst bezahlt werden (Kosten ca. € 100 bis € 250). Dieser kleine, operative Eingriff wird ambulant durchgeführt und ist durch eine Vereisungsspritze schmerzfrei.

Für eine schöne Narbenbildung ist es wichtig, nach der Operation die Wunde gut zu versorgen. Bis zur Nahtentfernung ca. zehn Tage nach der Operation sollte die Wunde trocken gehalten (keimfreie Duschpflaster, keine Schwimmbäder, keine Sauna) und Extremsport vermieden werden. Im Rahmen der Nahtentfernung wird das histologische Ergebnis besprochen. Nach der Nahtentfernung ist die Narbenpflege besonders wichtig, um ein kosmetisch schönes Ergebnis zu erreichen. Das Hautzentrum bietet dafür ein maßgeschneidertes OP Paket mit 10 Stück keimfreien Duschpflastern und 10ml Panthenol Repair Salbe sowie einer detaillierten Beschreibung zum richtigen Verhalten nach der Operation (Preis: € 15).

Wie kann ich selbst meine Muttermale beobachten?

Eine Eigenbeobachtung von Muttermalen ist durchaus sinnvoll: Farbveränderungen, Größenzunahmen, Formveränderungen und sehr dunkle Muttermale sind mögliche Risikofaktoren. Tauchen diese auf, ist ein Besuch beim Hautarzt zusätzlich zur jährlichen Muttermalkontrolle unumgänglich.

Was kann ich selbst tun, um die Veränderung von Muttermalen zu vermeiden?

Wie viele Muttermale man im Laufe seines Lebens entwickelt, ist genetisch vorbestimmt. Es ist aber unumstritten, dass jede Form von UV-Licht (z. B. Sonne, Solarium) Muttermalzellen zum Wachsen bringt. Außerdem haben UVB- und UVA-Licht erwiesenermaßen eine direkt schädigende Wirkung auf Muttermale.

Muttermale und Sonne

Sonnenschutz

Es gibt unzählige Sonnenschutzmittel, oft ist aber der Konsument überfordert. Hier geben wir Tipps für die richtige Wahl:

Es gibt zwei Arten von Präparaten: Solche, die durch Zugabe von chemischen Lichtschutzfiltern die UV-Strahlen in der Haut absorbieren und sogenannte physikalische Filter mit mineralischen Mikropigmenten, welche durch Reflexion die Strahlung abschwächen. Gerade in letzter Zeit sind Sonnenschutzmittel mit chemischen Filtern aufgrund eines möglichen Krebsrisikos viel diskutiert worden. Derzeit gibt es hierzu noch keine eindeutige Expertenmeinung, bei uns im Hautzentrum Wien empfehlen wir aber gerade für Babys, Kleinkinder und Menschen mit Hautproblemen Produkte mit rein physikalischem Filter (am Produkt vermerkt!).

Den richtigen Lichtschutzfaktor zu errechnen ist für den Konsumenten oft kompliziert. Wir empfehlen daher bei dunklen Hauttypen LSF 15–30, bei hellen Hauttypen LSF 30–50. Außerdem ist wichtig: Zu Beginn der Sonnenexposition (=in den ersten drei Tagen), sollte man immer mit einem höheren Lichtschutzfaktor starten. Hat die Haut sich an die Sonne angepasst, kann der Lichtschutzfaktor auch gesenkt werden.

Bei Babys und Kleinkindern immer LSF 50 verwenden, besser noch die Sonne direkt auf der Haut durch Bekleidung und Schatten generell meiden.

Heutzutage sind die meisten Produkte schon selbstverständlich frei von Paraffinen, Parabenen und Sulfaten.

Häufige Patientenfragen

Stört ein Tattoo bei einem Muttermal?

Tattoos über Muttermalen sollten unbedingt vermieden werden, denn eine Kontrolle ist dann deutlich erschwert.

Ich habe viele Sommersprossen, bin ich mehr gefährdet?

Sommersprossen sind grundsätzlich gutartig. Nachdem diese aber vor allem bei hellem Hauttyp vorkommen, ist der erhöhe Sonnenschutz unbedingt zu beachten.

Muss ich bei einem aufgekratzten Muttermal zum Hautarzt gehen?

Aufgekratzte, blutende Muttermale sehen für einen Laien immer gefährlich aus. Es ist jedenfalls eine rasche Kontrolle beim Hautarzt empfohlen. In den meisten Fällen wird er entwarnen, da die meisten aufgekratzten Muttermale abstehende, gutartige Muttermale sind. Um hässliche Narbenbildung zu vermeiden, wird die Wunde professionell versorgt.

Ich habe schon einige Muttermale entfernt und neige leider zu hässlicher Narbenbildung. Was kann ich tun?

Zunächst gilt es nach jeder Muttermaloperation die Wunde und anschließende Narbe bestmöglich zu versorgen (Tipps siehe oben). Leider neigen rund 20% der Patienten zu überschießender Narbenbildung, sogenannter Keloide. Diese können durch spezielle Injektionen und mit Laserbehandlung kosmetisch deutlich verbessert werden.

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